Klinischtod

Iñaqui Marin macht seit mehr als zehn Jahren Musik, hat aber erst neuerdings angefangen zu veröffentlichen. Insofern sein Debüt „Klinischtod“ ein vollständiges Tech-House-Album ist, arbeitet es nicht gerade den Sound-Moden der Gegenwart zu, und ein bestimmter introvertierter Gestus ist in dieser Musik auch durchaus spürbar. In der Stimmung erinnert es an den Minus-Act Theorem. Es hat eine graue Klangfarbe, es wirkt irgendwie still, in dieser Ruhe ist es aber sehr konzentriert. Anders als man es vom title erwarten würde, hat „Klinischtod“ etwas Emotionales, das mal ins Melancholisch-Sensible ausschlägt, mal ins Freudig-Beschwingte. Was an „Klinischtod“ Spaß macht, ist seine unaufdringlich ins Spiel gebrachte Musikalität: In den Tracks passiert wesentlich mehr als im Genre üblich. Die Stücke von Iñaqui Marin nehmen sich gegenüber dem aktuellen Hitgedöns völlig zurück. Es ist Musik, die nicht viel will, und in dieser Zurückgenommenheit, ja Einsamkeit liegt ihr Charme.