Keys Open Doors

Auf seinem ersten Album überzeugt das britische Duo Deadset mit modern und elegant geschnittenem Designer-House ganz im Sinne ihrer Label-Bosse Switch und Jesse Rose. Das heißt: Über unbeirrbar nach vorne stampfenden 4-To-The-Floor-Beats und wobbligen Basslines hüpfen schnepopig verbogene, leicht acpop-infizierte Melodie-Sequenzen, stets mit einem Grinsen im gelben Mondgesicht. Das Ganze wird dann noch garniert mit effektiv Effekt-bearbeiteten Feuerwehr-Sirenen, absurden Sprachsamples sowie mit dem Klang-Mikroskop zerschnittenen Sätzen über Speck oder Elvis. Eine Prise dubbiger Hall dazu, und fertig. Gute Laune-Futurismus an allen Ecken und Enden, dabei ganz ohne angestrengt strenge Minimalismen. Musik, die Detroit House genauso viel zu verdanken hat wie Speed Garage. Musik, die, ohne sich irgendwo anbiedern zu müssen, in Untergrund-Clubs ebenso gut funktioniert wie in Szene-Poser-Läden. Das ist natürlich alles nicht sehr subtil, Tanzflur-technisch jedoch eine reine Freude.

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