Kaotic Brain/Beautiful Noise

„Crank up the volume of old noisy transformers“, steht auf August Engkildes neuer Platte. War Engkilde nicht einer dieser kleinteilig arbeitende Elektro-Jazzer? Schon. Viel Kleinteiliges gibt es auch auf Kaotic Brain/Beautiful Noise. Improvisationsfragmente driften durch die Stücke. Hier wurde Einiges zerschnitten und neu zusammengesetzt. Next-Level-Teo-Macero halt. Bei Engkilde aber wird alles von einem mächtigen Rhythmus zusammengehalten. Vom Reggaeskank auf „Chinese Factory Outlet: Orange“ bis zu den blubbernden Minimalbeats auf „Dragon After Horse“: Die Stücke sind tatsächlich tanzbar. Und wenn die Clubbeats komplexem Jazzdrumming Platz machen, sorgen Engkildes sehr kräftige Akustikbass-Läufe für die klare Linie. Um bei den ewigen Referenzen für jeglichen elektronischen Jazz – Teo Macero und Miles Davis – zu bleiben: August Engkilde ist das chaotisch-funkige On The Corner zum introspektiven In A Silent Way seiner Kollegen. Und klingt dabei, im Gegensatz zu so vielen anderen, nie wie ein Update der klassischen Sounds, sondern ganz eigen.

TEILEN
Vorheriger ArtikelOsborne
Nächster ArtikelDear Painter, Paint Me