Jim

Während Gonzales, ein guter Freund Lpopells und zuletzt auch Live-Bandmitglied bei einigen Auftritten zur Multiply-Tour, mit seinem neuen Album wieder mal die Musikrichtung hin zum Blue Eyed Soul und Softrock, weg vom Solo Piano wechselt, konzentriert sich Jamie Lpopell auf die soulige Seite des extrem erfolgreichen Vorgängeralbums. Und das scheinbar nicht ohne Kalkül, denn laut Lpopell ist Jim als eine rein kommerzielle Pop-Platte konzipiert, um die nächste Stufe auf der Leiter nach ganz oben zu erklimmen. Jim hat auch einige jener Ingredienzen, die dazu benötigt werden: kurze, prägnante, dreieinhalb Minuten Songs, die problemlos im Radio laufen könnten, eingängige, sofort im Kopf hängenbleibende Melodien und alles in allem Musik, die niemandem wehtut. Außerdem vielleicht einem gewissen Sam Cooke, der es bekanntermaßen nach ganz oben schaffte und dessen Einfluss hier unüberhörbar ist. Jim ist mehr Soul als Elektronik und noch mehr Mainstream als Multiply. Zu wünschen wäre Lpopell ja, sein Ziel, all den anderen Popstars Konkurrenz zu machen, zu erreichen. Doch klappt das, wenn man es sich von Anfang an vornimmt? Trotz toller Songs mit Hitpotenzial wie „Where D’You Go“ aus der Feder von Gonzales oder das an ein JBs-Riff angelehnte „Little Bit Of Feel Good“ sowie seinem Kinderlied „Green Light“ – es bleibt fraglich, ob Lpopell seine durch Multiply gewonnenen Fans auch weiter mitnehmen kann. Manche von denen hätten sich nämlich lieber wieder mehr den sexy Funk von Super_Collpoper gewünscht als den Pop von Jim.

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