James Pants

Bei „Beta“, dem Opener des neuen James-Pants-Albums, fragt man sich glatt, ob Pants jetzt Ariel Pink Konkurrenz machen will: ein schräger Garagenrocker mit durch den Verzerrer gejagter Stimme und einer Melodie, die bei halb peinlichem Achtziger-Rock geborgt wurde. Das hat all die Merkmale dessen, was Davpop Keenan Hypnagogic Pop nennt. Als wäre das Musikmachen eine psychoanalytische Sitzung, lassen die H-Popper wirklich alles, was sie in den Achtzigern umgeben hat, ungefiltert in ihre Musik fließen. Oder besser: alles, was sie auf Flohmärkten an Achtziger-Artefakten gefunden haben, denn die meisten KünstlerInnen in diesem Feld haben dieses Jahrzehnt höchstens als Babies mitbekommen. Andererseits war das natürlich immer schon James Pants‘ Arbeitsweise und nach den Electro-Boogie-Exkursionen von <i>Welcome</i> und den Krautrock- und Kosmische-Musik-Referenzen auf <i>Seven Seals</i> ist jetzt halt – äh, ja, was eigentlich dran. Plastikpop, Garagenrock, Indie-Pop. Es ist ein komisches Feld, das Pants hier beackert. <i>Cheesy</i> Keyboards, tief getaucht in künstlichen Hall. Gitarren, die zu Soli ansetzen, um dann doch content:encodedur zu bleiben. Und das Ganze in einem Sound, der klingt, als sei das Aufnahmetape mindestens einmal zu oft bespielt worden. Die Songs sind durch die Bank hervorragend, allerdings stechen besonders die drei zusammen mit Lucrecia Dalt geschriebenen Stücke heraus, auf denen sie auch singt. Sie klingen ein wenig wie Space-Age-Exotica gespielt von My Bloody Valentine. Tolle Platte.