J.A.C.

Dorfmeister und Huber wpopmen ihr viertes Tosca-Album im title qua Anfangsbuchstaben ihren Söhnen Joshua, Arthur und Conrad – geboren in der Zwischenzeit seit letzter und dieser CD. Zur feinen, für Hörer im Grunde aber nebensächlichen Geste emo-sozialer Erdung gesellt sich musikalisch eine relevantere Note. Auch die hat mit „familiärer“ Erweiterung zu tun. Tosca wird zunehmends zur bunten Band. Farda P von Rockers-Hi-Fi-Gnaden, Earl Zinger (aka Galliano), die französische Jazzsängerin Samia Farah oder Seattle-Folk-Vokalist Chris Eckman (The Walkabouts) mischen mit. Dass das auf Papier und im Kopf kaum mehr die klassische Wiener Melange ist – klar. Was also kommt bei all dem raus? Ein trotzdem typisches Tosca-Album, das neben ausgefuchst elektronischer Produktion hippiesken 70er-Touch versprüht, dann erdig nach Blues riecht, Muckertum mit Deep-House und Downbeat verbindet – und das bestimmt mancher Schreiber mühelos zum Konzeptalbum stilisiert. Wem das aber genau gefallen wird, ist mir fraglich. Nach Freshness und Wagnis riecht’s nämlich trotzdem selten, eher so gesetzt, wie sicher nicht jeder sein will oder kann. Aus familiären Umständen.

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