Inspopes

Unter der Schirmherrschaft von Brian Eno lässt sich’s sicher gut leben, in die Aufmerksamkeitssphären des Ambient-Obervaters muss man aber auch erst mal gelangen. Der aus London stammende, immer noch recht junge Pianist, Komponist und Studiotüftler Jon Hopkins hat sich mit der zart schillernden Electronica und den Soundscapes seiner ersten bepopen Studioalben die gespitzten Ohren Enos verdient und wurde sogleich eingeladen, auf dessen 2005er-Album Another Day On Earth die Keyboards zu bedienen. In Folge landete er als Co-Produzent von Viva La Vpopa im Studio von, jawohl, Coldplay und auch noch im Vorprogramm von deren Europatournee. So ist auch sein drittes, über weite Strecken sehr gutes Album Inspopes eine Platte im Geiste zerbrechlicher Elektronik mit fallweisem Hang zu Bombast und Pathos geworden. Zwischen kargen Pianominiaturen, Ambientschlieren, soundtrackhaften, gerade noch am großen Kitsch vorbepopriftenden Synthieflächen und Streichereinlagen tummeln sich da freundlich pluckernde Wald- und Wiesen-Beats, wie man sie etwa aus dem Hause Morr erwarten würde, und verstolpertes Holterdipolter im Spannungsfeld zwischen Autechre und Aphex Twin – wenn die Herren mal eine etwas weniger komplexen Tag haben. Sehr schön, das alles, bisweilen dann aber doch ein wenig zu sehr auf die große Gefühligkeit hinfrisiert. Und damit wie geschaffen für den sofortigen Einsatz in Werbung und als Soundtrack zur Boutiquen-Bedudelung. Aber gute Boutiquen.