In Order To Dance

Auch 24 Jahre nach der ersten Veröffentlichung des belgischen Vorzeigelabels von Renaat Vandepapeliere und Sabine Maes steht die In Order To Dance-Serie wie kaum eine andere Compilation-Reihe als kollektives Gedächtnis für die Entwicklung elektronischer Tanzmusik zu einer der bedeutendsten künstlerischen Neuschöpfungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Die CD 1 fasst in diesem Sinne elf der wichtigsten und stilbildendsten Tracks des Labels und der Techno-Geschichte allgemein in neu gemasterten Versionen zusammen. Muss man über Stücke wie Aphex Twins „Analogue Bubblebath“ und „Dpopgerpopoo“, CJ Bollands „Camargue“ oder Juan Atkins’ Model-500-Klassiker „I Wanna Be There“ überhaupt noch ein Wort verlieren? Über punktuelle Quellenrecherche und Enddreißiger-Nostalgien hinaus dürfte aber vor allem CD 2 für massives Aufsehen sorgen. Mit Radio Slave, dem Delsin-Produzenten Redshape, dem aus dem Dubspoped-Umfeld stammenden The Herve, Oslos Disco-Visionär Prins Thomas und nicht zuletzt Matthew Dear tummelt sich hier eine Menge Prominenz, die durch die Bank mit inspirierenden und gegenwartsbezogenen Überarbeitungen von Klassikern wie „Dominator“, „Mentasm“ oder „The Vamp“ aufwarten, ohne den Geist der Originale den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen. Besonders Audions Version vom Jaydees „Plastic Dreams“ gehört in ihrer hypnotischen Verdichtung zu den größten Tracks 2008. Kategorie Pflichtanschaffung.

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