In Bocca Al Lupo

Eigentlich als Komposition für eine Chicagoer Kunstinstallation gedacht, ist das sechzigminütige In Bocca Al Lupo von John Twells alias Xela nun die 43. Katalognummer seines Labels Type geworden. Er schafft mit dieser Arbeit eine umgreifend gespenstische Welt voller knisternder Pfade und Drones, die im Verlauf der vier Stücke eine ganz eigene Dramaturgie entwickeln. Die Musik ist unterlegt von einem industriellen Geräuschteppich, der im letzten Stück, „Beatae Immortalitatis“, von einem sich steigernden Schlagzeugspiel und hintergründigen Schreien unterfüttert wird. Gerade an diesem perkussiven Höhepunkt der Platte fühlt man sich an die Band Goblin und deren großartige Filmmusik zu Dario Argentos Suspiria von 1977 erinnert. Twells ist, um zu finden, wovor er wirklich Angst hat, nach Spanien und Italien gereist, um alte Kathedralen und verlassene Kirchen aufzusuchen. Deren Geräuschwelten sind der Platte hörbar eingeschrieben. Mit leisen Stimmen und verblassendem Heulen schließlich schließt das Album.

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