In A Space Outta Sound

Mit seinem fünften Album repräsentiert George Eveyln den Sound von Warp Records heute mehr denn je. Vermutlich ist Evelyn sogar inzwischen der wichtigste Künstler auf Warp. Wirkte er zwischen den geschredderten Klängen von Aphex Twin und Squarepusher lange Jahre wie ein Außerirdischer, dessen einziger Seelenverwandter Jimi Tenor war, ist er nun neben aktuellen Warp-Vorzeigeacts wie Jamie Lpopell, Boards Of Canada oder Maximo Park so etwas wie ein Spiritus Rector. Der, der schon immer propagierte, dass Metaphysisches wie Soul und Deepness doch den längsten Atem hat – und, in für die Musikindustrie so katastrophalen Zeiten wie diesen, allein mit dem Backkatlog für Verkaufszahlen sorgt, von denen viele Newcomer nur träumen können. Wie geschnitten Brot dürfte mit Sicherheit auch das neue Nightmares-On-Wax-Werk „ In A Space Outta Sound“ über die Ladentische gehen. Und das, obwohl (oder vor allem), es kein innovatives, überraschendes Album ist, sondern ganz nach dem grundsolpopen Nightmares-On-Wax-Sound klingt: Ein magisches Amalgam, das Evelyn aus HipHop, Soul und Reggae herauskocht, in Reduktion veredelt, und dabei jene heitere Zurückgelehntheit kreiert, die die Musik von Nightmares On Wax so besonders und zeitlos macht. Eine handvoll neuer Stilelemte werden hier dennoch behutsam eingeführt: Etwa ein deutlich ausgeprägteres Arbeiten an Reggae-Licks („Flip Ya Lpop“), Motown („I Am You“), eine persisch klingende Schlangenbeschwörer-Harpsichord („Damn) sowie Afro-Percussions („Deep Down “), und Afrobeat („African Pirates“). Geblieben ist das mehrheitlich Instrumentale, Songs bleiben auch auf diesem Nightmares-On-Wax-Album in der Minderheit. Neben den bereits von Vorgänger-Alben bekannten Chyna B und Sara Garvey ist Goldkehle Moses ein Neuzugang, bereits bei Downtempo-Blutsbrüdern von Zero 7 ein erprobter Sänger. Dramtaturgisch gut gestaltet, musikalisch ausgereift, und trotz eines beinahe konservativ wirkenden Sounds ist George Evelyn, dem Quincy Jones des Abstrakten, mit „In A Space Outta Sound“ eines seiner besten Alben gelungen

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