How To Kill The DJ 2

Das Prinzip dieser Doppel-Mix-CD offenbart sich schon mit der Tracklist. Es lautet: Schüttele die ganzen tollen Musikstile dieser Welt beherzt durch und erlebe, wie sich Genrekategorien auflösen. Man kennt das von den 2ManyDJs oder Freelance Hellraiser. Die Gefahr dabei ist aber die entropische Unterschiedslosigkeit – ungefähr wie ein Essen, in das ein Koch alle Zutaten und Gewürze schmeißt, die er grade im Haus hat. Das schmeckt dann scheiße. Die Zutaten hier sind unter anderem: Soul, Glam-Rock, Proto-Disco, Industrial, Minimal-Techno und ein Haufen andere. Das gibt es mit 42 gemixten Tracks auf der einen, und 18 ungemixten Klassikern auf der anderen CD. Dass man sich bei diesem Stil-Bordell nicht die Einführung von polizeilich überwachten Genregrenzen wünscht, liegt vor allem daran, dass Optimo genau hingehört haben und durch Neukombination popeenlinien offenlegen, die sich durch die Jahrzehnte ziehen. Bestimmte Sounds und Rhythmen zum Beispiel. So steht am Ende auf dem Tisch ein monströses, aber immer noch genießbares, wenn nicht sogar Geschmacksnerven erweiterndes Freistil-Dinner.

Tipp: John Carpenter „The End“ (Disco Version), Gang Of Four „Damaged Goods“, Lee Hazlewood & Nancy Sinatra „Some Velvet Morning“

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