Heritage

Eines vorweg: Heritage ist ein DJ-Album. Jovial auf acht Vinylseiten verteilt, macht Dylan Hermelijn alias 2000 And One kein langes Federlesen. Der Amsterdamer ist seit den späten achtziger Jahren von House und Techno nicht mehr losgekommen, firmierte als Edge Of Motion, gebietet über 100% Pure, Remote Area sowie sämtliche angeschlossenen Subunternehmen und packt das jetzt alles in dieses Album. Kontemplative Momente spürt hier nicht mal eine Lupe auf. Ähnlich der frugalen Mischung verblichener niederländischer Labels wie Touché oder Fresh Fruit balanciert Hermelijn zwischen der großen Liebe seiner Landsleute zu Detroit, Diva-Vocal-Zitaten und einem korpulenten Unterbau, der so auch von Oslo oder Cécille kommen könnte. Zusätzlich gibt es noch ein Kessel Ethno-Buntes (2000 And One hat westafrikanische Wurzeln) und Stücke wie „Dat Na Poku“, die im Englischen mit „now there’s a fat beat“ übersetzt werden. Das ganze hat eindeutigen Hitcharakter und dürfte ähnlich dem Maxisingle-Output des Labelimperiums noch Wochen und Monate die einschlägigen Tanzböden bohnern. „I’m not so much concerned with finding a deeper sense of music understanding“, erklärt der Produzent im Begleitschreiben. Man glaubt es ihm.

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