Henrik Schwarz Live

Henrik Schwarz ist zusammen mit Âme der vielleicht momentan heißeste House-Export aus Deutschland. Seit seine „Supravision EP“ auf Mood Music den weltweiten Radio-Don Gilles Peterson zu Begeisterungsstürmen hinriss, ist Schwarz’ Wohnzimmer am Wochenende verwaist. Wenn er nicht für irgendwelche Labels unfassliche Remixes herstellt, wie zuletzt für Alex Smokes „Brian’s Lung“ auf Soma oder an neuen Kreationen für Must und Sunday-Music bastelt, tourt der Wahl-Berliner mit dem Laptop durch Europas Clubs. Mit proportional steigendem Erfolg. Als Bilanz dieser Erfahrungen kredenzt der Exilant vom Bodensee jetzt ein Dokument seiner Auftritte. Mit der Feinfühligkeit eines DJs, verwebt Schwarz 14 Stücke seines Repertoires ohne lästige Brüche und Stolpersteine mit wohldosierten Effekten. Oft in leicht veränderten Arrangements und mit neuer Glasur. Als Bonbon gibt es unveröffentlichtes Material und Previews auch noch obendrauf. Das hat so gar nichts von marktgerechter und langweiliger Frickelei, die man mit hochkonzentrierten Menschen hinter aufgeklappten Laptops und mit hellblauen Schatten im Gesicht verbindet. „Henrik Schwarz Live“ ist eine wahrhafte organische und lebendige Angelegenheit. Lepoper gehören ich zu den Menschen, die Henrik Schwarz noch nicht live erleben durften. Wenn man diesen Live-Mitschnitt als tatsächliches Abziehbild seiner Showcases betrachten kann, ist das wirklich zu bedauern.

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