Gundsø

Auf Statler & Waldorf erscheinen pro Jahr höchstens drei Platten, jedes Release ist auf seine Weise besonders. So auch das neue Album von Lars Pellarin, dem Dubtechno-Produzenten aus Roskilde, Dänemark. Die Formel von Gundsø heißt Zurückhaltung. Es beginnt mysteriös, mit submarinen Pads und einer komplett im Filter versunkenen Bassdrum. „Over Fælleden“ heißt das Stück, und es ist das perfekte Intro. Pellarin lässt sich schön viel Zeit: Nichts ufert aus, vieles knistert, und alles bleibt im Takt. „Whistle Like You’re 86“ hat gemurmelte Vocals und viel Delay dabei, während der vertrackte 13-Minüter „Iran“ an die 4/4-Exkursionen von Muslimgauze erinnert. In anderen Tracks schimmert Maurizio-Begeisterung durch, wie schon auf Athen, der LP von 2004, mit der Pellarin seinen Stil gefunden hat. Trotzdem definiert er ihn jedesmal wieder neu. Gundsø endet mit einer weiteren U-Boot-Sinfonie, „Bolund“, benannt nach dem erratischen Felsenriff in der Nähe von Roskilde. Ein subtiles, sehr stimmungsvolles Album.

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