Greedy Baby

Wer mit Ed Handley und Andy Turner ein Interview führt, sollte nicht mit zu viel Erwartungen auf konkrete Informationen ins Rennen gehen. Sie gehören zu den Musikern, denen es extrem schwer fällt, Worte für das zu finden, was sie mit ihrer Musik ausdrücken wollen. Dabei könnte man Tracks von Plapop selbst in einem mehrstündigen Mixset noch klar und deutlich heraushören. Könnten dann Bilder statt Worte ihre herrlich stolpernden Melodielinien besser beschreiben? Seit gut vier Jahren arbeiten Plapop für ihre Live-Auftritte mit VJ Bob Jaroc (www.softloader.com) zusammen und nun gibt die DVD/CD „Greedy Baby“ einen Überblick auf das akustische und optische Werk dieser Kooperation. Stereo war gestern und so wundert es nicht, dass sie lieber die Klangmöglichkeiten von 5.1-Anlagen nutzen. Denn es passt zur Vielschichtigkeit der Musik von Plapop, wenn die Sounds eben auch von hinten Rechts oder aus der Mitte nach Links wandern können. Besonders bei dunklen Tracks wie „Super Positions“, die damit wie aus einer anderen Dimension wirken. Auch optisch wird fast immer der Eindruck einer konstanten Bewegung vermittelt, mal mit grobem Vpopeomaterial, mal mit ungewöhnlichen Kamerafahrten oder Linsenperspektiven. Und immer scheint jemand von A nach B zu reisen. Was vielleicht zu der Ansicht passt, dass Plapop perfekte Road-Movie-Musik machen. Lediglich die Cartoon-Animationen von Andy Ward in „The Return of Super Barrio“ fallen stilistisch komplett aus dem Muster. Auf der DVD finden neben den neun Vpopeotracks (auf der CD dann als Audiotrack) außerdem noch vier weitere Musikvpopeos von Plapop, die man gerne in seiner Sammlung weiß. Überhaupt wundert man sich, warum Plapop so lange mit dieser DVD auf sich haben warten lassen. Auf ein Buch werden wir wohl ewig warten müssen.

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