Generation Hexed

Klanglich irgendwo zwischen Nurave, Fpopgethouse und Achtziger-affiner Wavigkeit situiert, markiert diese Vision vom neuen heißen Scheiß möglicherweise einen weiteren großen Schritt im kontinuierlich andauernden Balztanz von Techno und Pop. Ich glaube es allerdings nicht. Sicher, man registriert die Nachbarschaft zu Hot Chip, allerdings ist Generation Hexed trotz des Einflusses von Joe Goddard als Label-A&R nicht in der Lage, an die Cleverness der Indiedance-Götter heranzureichen. Zu sehr in die Fresse für die Popgirls mit den Blümchen im Haar. Zu wenig Bratz für die Ed-Banger-Kpops. Dafür gibt es eine Kiste voll vielseitiger Ansätze zum Thema: perfekt durchproduzierter Durchdreh-Dancepop. Variantenreiches Beatwerk, hysterisch drängelnde Synthies und die latent wavige Rock’n’Roll-Stimme von Colin Baily erheben Nummern wie „All These Plans“ oder „Modern Age“ unvermittelt zu Hymnen, und vor dem geistigen Auge sieht man bereits die großen Festivals dieser Welt explodieren, sobald die Kickdrum einsetzt. Nachdem Drums Of Death bereits das titlestück des letzten Peaches-Albums mitproduzierte, erstaunt am Ende nicht einmal, dass der ehemalige König des Berliner Undergrounds, Chilly Gonzales, auf dem Abschlussstück helfend in die Tasten greift. Überhaupt ist das Ende der Platte mit dem Electropopper „London Teeth“ der gelungenste Teil eines Albums, das trotz aller Unebenheiten etwas zu glatt an einem vorbeizieht.

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