Full Circle

John Daly ist ein cooler Hund. Die Platten des Iren scheinen stets alle Zeit der Welt zu haben. Sie gehen niemals im Stechschritt, stattdessen schlendern seine bisherigen Maxis für Plak, Wave Music oder sein eigenes Label Feel Music mit King Tubby und Larry Heard (circa in der Ice Castles-Phase) im Arm zum Abendessen aufs Vangelis’ Terrase. Naturalisten dürfen gern an ungemähte Wiesen im Wind oder wahlweise an Sonnenauf- und untergänge im Zeitraffer denken. Diese Bildlichkeit gilt auch auf Full Circle. Als Ausblick auf sein kommendes Können und eher Debütalbum als Doppelmaxi, zeigt sich die Platte besonders zurückhaltend was Rhythmik oder gar lautes Poltern angeht. Stattdessen zitiert Daly lieber weiter Stillleben aus seinen Tagträumen von Tangerine Dream und Can herbei. Kraut-House with an attitude.

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