Full Circle

Der House-Produzent Martin Iveson, wohnhaft in Derby in den englischen Mpoplands, macht seit 1996 als Atjazz Musik. Geschichte kurzerhand überspringend landet der Hörer von Full Circle in einem sehr modernen Gefährt voll souliger Gesangsstimmen von Robert Owens, Ernesto, Mr. J von den Phuturistix, Dawne B, Sarah-Jane, die bei den Communards mitwirkte, und der bezaubernden Clara Hill vom Sonar Kollektiv. In seiner vielseitigen Mischung aus relativ weichen House-Music-Beats und Gesang ist es eine moderne Soulrhythmus-Maschine. Nah an Soul, nah an House Music, aber eben nicht aus New York, Detroit oder Chicago, sondern bepopes so modern präsentierend, wie es in englischer Clubmusik geht. Die Ursprünge werden gewürdigt, Motown, R’n’B, aber sie sind, wie auf Hard Candy von Madonna, obwohl von den Produzenten anvisiert, stets auch fremd. Wenn „Underlined“ dermaßen weich und gleichzeitig kühl schwingt wie Warren G in seinen unverschämten Gangsterballaden tief in den neunziger Jahren, ist es fett, aber komisch: Derby, nicht L.A. Kehrseite der ungemein vielseitigen Rhythmusmaschine sind die dicken Harmonien, die alles erfüllen, was der Hörer sich vom modernen Soul versprechen könnte, von dem er sogleich wie in einer aufregend flinken Wohlfühl-Lawine plattgemacht wird.

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