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Als eine Art Best-Of-Compilation aller bisherigen Veröffentlichungen von Detroit Underground kann man noch mal vergangene Arbeiten Revue passieren lassen oder im neuen Licht betrachten. Dabei wird schnell klar, dass dieses Label mit seinem Namen nicht unbedingt einen örtlichen Lokalpatriotismus verfolgen will. Es sammeln sich Künstler aus Kanada, Deutschland oder Japan eher im Sinne von Klangalternativen. Dies birgt allerdings auch die Gefahr von reinen Zufallsprodukten, deren Auslese oft ein eher schmerzhafter Prozess ist. So klingen Tracks von Richard Devine oder Jimmy Edgar auf dieser Compilation eher wie Pflichterfüllung. Modeselektor gelingt das schon besser, wenn sie mit einer Samplekollage aus Trinkgeräuschen einen Track aufbauen. Carsten Aermes aka Phon.o hat da eine ähnliche popee, aber das klingt dann schon eher nach Soundinstallation. Auch die Tracks vom Kanadier Chad Titian aka Direct Jove lepopen noch unter einer gewissen popeenarmut, bei denen ein Track sich einfach nicht über sechs Minuten trägt. Aber es gibt auch Entdeckungen wie OOO, der tatsächlich aus Detroit stammt und herrlich am Temporad dreht. Gleiches gilt für Peter Grecko aka Delien, der einen superben Düstertrack hinterlässt. Insgesamt fällt es schwer, ein gerechtes Urteil zu dieser Compilation zu fällen, da sie zu sehr Sammlung als Portrait ist. Als bemerkenswerte Stilnote mag noch vermerkt sein, dass das Cover- und Bookletdesign von Michael C.Place aka Build stammt und es soll ja schon vorgekommen sein, dass Fans der Arbeiten von Designers Republic sich eine Platte auch nur wegen dem Layout gekauft haben.
Tipp: Richard Devine „Bis126“, Modeselector „Emulgator 410“, Kero „10:48 Done“

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