Frenétiko

Der Mann, den sie in seiner Heimat Brasilien nur „K“ nennen, gilt dort als eines der größten musikalischen Talente. Vom Frontman der legendären Punkband De Falla bis zum gefragten Produzenten lokaler Rap-Acts und Pop-Größen: EDU K’s Werdegang liest sich wie das Pendant zu einem Bewerbungsschreiben von Pharell Williams. Mit „Popozuda Rock n`Roll“ gelang EDU K sogar einer der größten Burner der noch jungen Baile-Funk-History, als deren internationales Aushängeschild er mittlerweile gehandelt wird. Höchste Zeit also für ein Album randvoll mit allen wichtigen Zutaten für die perfekte Baile-Funk-Offensive: meterhohe Basslines, angetrashte Schießbuden-Beats und die klassischen Shouts, bei denen keine Mißverständnisse aufkommen dürften. Tracks wie „Hot Mama“ oder der Reggaeton-Bastard „Sex-O-Matic“ sprechen jedenfalls eine klare Sprache. Hier geht es um den höchstmöglichen Partyfaktor, auch wenn dieser teilweise mit der Brechstange in Gestalt von Schweinerock-Gitarren und Rave-Signalen durchgeboxt wird. Aber EDU K definiert Baile Funk schließlich aus der Perspektive des Punkrockers und das bedeutet von 0 auf 100 in drei Sekunden, auch wenn dabei musikalische Raffinesse und Deepness oftmals auf der Strecke bleiben. Aber darauf lag bei Baile Funk ja irgendwie noch nie der Schwerpunkt. Für eine kurzweilige Abfahrt reicht es hier jedenfalls allemal.

TEILEN
Vorheriger ArtikelPhusion
Nächster ArtikelE2-E4 Live / Die Mulde