Five Years In The Factory

Um eines gleich zu Beginn klarzustellen: Dieser Kanadier hat nichts mit dem berühmten Tennis-Rüpel mit Vornamen John zu tun. Aber um Sport geht es hier sowieso nicht, sondern um Leftfield-HipHop. Im weitesten Sinne jedenfalls, sind wir doch bei Vertical Form, die uns schon mit dem tollen Sixtoo glücklich machten. Und McEnroe, ein aus Winnipeg stammender, mittlerweile in Vancouver lebender Produzent, steht seinem Landsmann stilistisch nahe und ist doch ganz anders. Nachdem sein Debütalbum mit einem fast Boutiquen-tauglichen Instrumental startet, entführt er uns in seine sanft-schräge Welt des HipHop. Da er ein ebenso begnadeter DJ wie MC ist, erschafft er praktisch im Alleingang (unterstützt lediglich von ein paar befreundeten Gast-Rappern) eine ebenso straighte wie unauffällig gegen den Strich gebürstete Platte. Man muss schon genau hinhören, um den Unterschied zu konventionellen HipHop-Tracks heraus zu hören. Denn dieser Mann ist ein wirklich subtiler Produzent, der nicht wie Anticon- oder Lex-Artists auf totale Dekonstruktion und kompromisslose Grenzüberschreitung setzt.

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