Fistel Rose Power

Ein Blick ins explodierende Kalepoposkop: Schon seit dem Jahr 2000 bestrahlt Dennis Busch nun unter seinen diversen Pseudonymen, etwa Pop Dylan, Pastor Fitzner oder eben James Din A4, von einem Dorf bei Bremen aus mit dem Ein-Mann-Label Esel die Welt mit verspulter Freundlichkeits-Electronica, in der sich kosmische Reise und verstolperter Techno umarmen. Zwischen die rumpelnden Beats, die sich trotz des 4/4-Modus zumeist gegen konventionelle Tanzflächen und große Abfahrt sträuben, montiert Busch allerlei Zierrat, funkelndes Gerümpel und Melodien aus dem unaufgeräumten Kinderzimmer. Auch die gezupfte Gitarre darf da gerne mal vernommen werden. Im Gegensatz zu handelsüblicher Feld-Wald- und-Wiesen-Electronica, die sich nicht selten durch übermäßig in Zuckerguss getunkte Niedlichkeit auszeichnet, haben die Stücke von Busch dabei ja stets durch die kleinen, unerwarteten Wendungen und die Strukturen ins Straucheln bringenden Winkelzüge punkten können. Die Nähe zum Techno blieb dabei stets spürbar. Wenn nun das Lüneburger Label Pingipung – eine Schwester im Geiste des stilsicheren Humors – bislang nur auf Vinyl erhältliche Stücke von Busch erstmals auf CD versammelt und im Booklet die natürlich vom Allround-Künstler selbst gestalteten, jetzt schon legendären Covermotive zwischen weggetrippter Collage und krakeliger Psychedelik mitliefert, so ist das nichts weniger als ein Quell großer Erbauung: Geräusche aus dem Leierkasten und Überraschung spendender Schnitzel-Funk, enthemmter Flohzirkus, Funkenflug und Erleuchtung.