Ferndorf

Es bleiben immer noch die Beigeräusche zu hören, die das präparierte Piano erklingen lässt. Die Nebenschauplätze des Sounds, der Abfall und das Unperfekte. Auch auf Ferndorf, Volker Bertelmanns erstem Hauschka-Album auf Fat Cat, werden einzelne Sequenzen ausgeschnitten, zusammengesetzt und wiederholt. Auf diese Weise geht die Musik über die Suche nach dem anderen, dem ungehörten Sound hinaus, und es entstehen mäandernde elektronische Klangmuster. Neben diesem Verfahren, das die Kompositionen der elektronischen Musik einverleibt, erklingen auf einigen Stücken Celli und Violinen. Bertelmann arbeitet auch mit Stefan Schnepoper von To Rococo Rot als Music A.M. zusammen und erinnert hier bisweilen an die Platten dieser Band, etwa an Veiculo. In den Stücken dieses Hauschka-Albums liegen tiefe Melanchonlie und Sehnsucht, ein Wünschen und Drängen nach dem Vergangenen. Ferndorf erzählt von der frühen Jugend Bertelmanns, dem Aufwachsen in der unberührten Natur. Die Platte ist so die musikalische Aufzeichnung des Wissens um einen Ort der persönlichen Utopie, der in die Vergangenheit weist. Ob beim Hören des Albums die Erinnerung an jene Zeit aufsteigt wie eine japanische Papierblume, in Wasser gesetzt?

TEILEN
Vorheriger ArtikelMmm, Betty!
Nächster ArtikelNymphotech