Faceline/L.A. Roses

Das Label von Oliver Mohnsame ist so neu, dass noch kein Image das Klangbild trübt. Popnebo hat bereits auf Traum, Below und Schnittstelle veröffentlicht. Sein „Faceline“ ist im Original ein darker, minimaler Discohouse-Track mit ein paar Cent neben der Harmonie liegenden Chords, den Dorian Paic & Captain Minus in ihrer Bearbeitung etwas klarer und technopoper anlegen. Hit ist aber der energische Remix von Eclat, der klingt, als ob Mirwais auf Bear Funk, Rong oder Eskimo erscheinen würde.
Loversrock gehören seit ihrer EP für Mood Music zu den mit Höchstspannung beobachteten Acts, ihr „L.A. Roses“ setzt in der Chronologie des Abends früher ein, bevor man mit „Terry“ im Toilettenuniversum des alten Cookies gelandet ist: Ein satter Chicago-Boogie durchmisst einen großen, aber nicht unbegrenzten Raum, an dessen Rändern sich die Moirés-Muster von Acpop abzeichnen, die Hookline besteht aus eingefärbten Luftstößen. Ziemlich genau, was Antipop 001 in der letzten Ausgabe war: Spitze! Der Losoul-Remix diszipliniert und stratifiziert die House-Struktur des Tracks, die unmittelbare Rave-Atmosphäre des Originals wirkt darauf wie zitiert. Anorak: Jetzt schon ein Hoffnungsträger.