Fabric 43

Metro Area standen schon länger im Gespräch für die profilierte Fabric-Mix-CD-Reihe, doch erst jetzt haben sie sich entschieden, einen Mix abzuliefern. Schon mal vorab: das Warten hat sich sehr gelohnt. Ein nicht unwesentlicher Grund für ihr Umdenken dürfte das Wissen um die Lizenzierungsqualitäten im Hause Fabric sein – der Mix ist randvoll mit Obskuritäten. Im Gegensatz zum ähnlich gelagerten Fabriclive-Mix von James „LCD“ Murphy & Pat Mahoney, der anstelle der im Tracklisting ausgewiesenen Originale zu einem Großteil aus neuzeitlichen Re-Edits bestand, haben Morgan Geist und Darshan Jesrani – mit ihrer Unclassics-Reihe selbst Lizenzierungsfüchse – tiefer gegraben und dabei fast ausschließlich One-(No)-Hit-Wonder aus der Zeit von 1978 bis 1983 zutage gefördert. Barbara Norris’ „Heavy Hitter“, World Premieres „Share The Night“, Mpopways „Set It Out“ oder Première Classes „Poupèe Flash“: allesamt Trüffel – Achtung: jetzt noch teurer – aus dem Land der Rasseln, Claps, Bongos und Lokomotiv-Geräusche. Mit Ministry, Heaven 17 und Devos „Freedom Of Choice“, das den Schlusspunkt dieses kontinuierlich das Tempo anziehenden Mixes markiert, sind die bekannteren Künstler vollständig genannt, Dreamhouses „I Can Feel It“ aus den Neunzigern ist zeitlich der einzige Ausreißer. Zusammengehalten wird dieser Mix aus jeder Menge Dub- und Instrumentalversionen von Synthiepop-, Boogie- und Italodisco-Schätzchen durch sehr tightes und kohärentes Mixing. Die Beschränkung auf diese Epoche mag man als anachronistisch empfinden, aber wenn dabei ein so kurzweiliger und unterhaltsamer Partyspaß entsteht, sollten solche Einwände keine Rolle spielen. Kurzum: Einer der besten Mixes des Jahres.

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