Fabric 044

Deepes Ding, was John Tejada da wieder als Mix hinlegt. Bisschen nervig zwar, dass kommerziell vertriebene Mixe heutzutage scheinbar immer eine Art Werbetour durch das Bezugsfeld des entsprechenden Künstlers darstellen müssen (was sich hier darin ausdrückt, dass von zwanzig Tracks immerhin acht entweder auf Palette erschienen sind und/oder aus Tejadas Feder stammen), aber da kommt man wohl nicht gegen an. Zugutehalten kann man dabei jedoch, dass die Tracks, die auf Palette veröffentlicht werden, ja durchaus ihren eigenen Charme haben, der trotz sauberer Produktion immer wieder in einer schön dreckigen Analogästhetik daherkommt. Tejada stammt eben aus der alten Schule. Diese rastlosen Beats, das nervöse Fiepen und die modulierten, völlig verspulten Synthies halten die einzelnen Teile zusammen und zeugen zudem von einem understatement, das nicht an jeder Ecke wartet. Die Nummern, die nicht im eigenen Hause entstanden sind, liefern darüber hinaus den Beleg für das sichere Händchen Tejadas, seinem doch recht rauen Housestyle immer wieder ein weicheres Gegengewicht aus den geheizten Ecken Detroits zur Seite zu stellen. Namen wie Pigon, Donnacha Costello, Wax, M-Core oder Orbital Art bürgen dabei für jenes stilbestimmende Oldschool-Flair eines Mixes, der ohne Angst vor Brustbehaarung mit offenem Hemd dasteht und dabei nie oberflächlich wirkt.

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