Experiment

Das Label Ambassadors Reception hat sich hauptsächlich durch die Edits des Rotterdamer Disco-Connaisseurs Loud E und einer zweifelsohne liebevollen Covergestaltung hervorgetan. Nach den funkensprühenden <i>Disco Divas Delight</i> kompiliert nun A&R Steve Kotey erneut persönlich. Kotey versprüht eine Experimentierfreude, die er wie bei seinem Label Bear Funk mit großem Sachverstand koppelt. Da passt der title dieser Compilation aus ultrararen Grenzgängern zwischen Afrobeat, Boogierock und Reggaedisco vortrefflich. Der große Reiz bei solchen Compilations ist vor allen Dingen die Tatsache, dass diese Tracks, die allesamt dreißig bis vierzig Jahre auf dem Buckel haben, tief aus Plattenkisten gezogen und somit vor dem Vergessen bewahrt werden. Die Sorgfalt, das Editing, das Diggen sind hier Prinzip und nicht zuletzt auch eine Herzensangelegenheit. Das Spacerock-Stück „Garden Of Delight“, eine top-gesuchte Kuriositätennummer von Electric Nightmare, bildet da keine Ausnahme. Ebenso „Lover, Hello Lover“ von Rising Sound, die bezüglich Discogestöhne locker mit Donna Summer konkurrieren könnten. title wie „Starship 109“, „Disco Bar“ oder „Fun At Elysium“ von Mistral, Francis Lai oder Steve Power versprachen schon damals neue Räume und Freiheiten, die hier noch mal dokumentiert sind. Nicht weiter verwunderlich, dass diese Songs größtenteils erstmals auf CD erhältlich sind.

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