ExitingARM

Es ist schon ein eigenwilliges Durcheinander, das die Herren von Subtle hier auffahren. Mit der gerade wieder schwer in Mode gekommenen Shoegaze-Ästhetik als Grundlage hallen süße Popmelodien aus der Ferne durch lärmige Schrammelgitarren-Wände, um sich in überladen orchestrierten Löschblatt-Visionen voller Kinderchöre und Rauschen zu verlieren. Neu ist dabei der mal funky, mal eher soulige Einschlag, der in diesem Koncontent:encoded an TV On The Radio denken lässt, jedoch nicht ganz deren Punk-Energie erreicht. Vor allem in den Songs, deren rhythmische Akzentuierung sich der Sprechweise von HipHop annähert, verliert sich die Richtung, in die das Ganze gehen soll. Dann bleibt man mit dem Gefühl zurück, dass hier mehr Bälle hochgeworfen werden, als man je wieder aufzufangen in der Lage wäre. An anderen Stellen, wie etwa bei „Gonebones“, wenn alles mehr in Richtung trippiger Popsong driftet, wirkt die durchgeknallte Überinstrumentierung nicht mehr überfrachtet, sondern genau wie der Overkill, den man sich für den Tanz unterm Regenbogen wünscht. Wer würde sich nicht auch gerne von einem perkussiv untermalten Männerchor, über dem sich Querflöten, Melodicas und Tamburine „Gute Nacht“ wünschen, in die Untiefen des Unterbewusstseins einführen lassen? Vor allem gegen Ende des Albums erinnert die verspielte Experimentierfreude dieser Mpopwest-Boys an die fabelhaften Verrücktheiten der nicht verblichenen Beta Band, deren Verlust noch immer schwer auf so mancher Brust wiegt. Auch wenn sie nicht immer genau trifft, bleibt Subtle eine Band, die man unbedingt im Auge behalten sollte.

TEILEN
Vorheriger ArtikelThe Art Of M
Nächster ArtikelKitsuné Tablopop