Dusty Dance

Also, das mal gleich vorweggenommen: Diese Platte des Produzentenduos Marcel Knopf hat eine unglaubliche musikalische Bandbreite und Klangvielfalt. Aber sie klingt beim ersten Hördurchgang nicht unbedingt konzeptionell ausgereift. Von US-inspiriertem Vocalhouse über radikalste Minimal-Entwürfe bis zu frickeligem Freaktechno findet sich so ziemlich alles, was an Soundästhetik in den entsprechenden Genres zurzeit gehegt und gepflegt wird. Wüsste man nicht, dass dies ein Album ist, würde man es für eine breit gestreute Jahres-Compilation halten. Aber der zweite Hördurchgang fördert dann gegen Ende doch noch richtig gute Dinge zutage. Denn absolutes Schmankerl ist das letzte Stück: „Leave It Alone“ featuring Padberg, ein ganz tief und langsam pochendes Dubtechno-Epos, das sich bestens zwischen Porter Ricks und Fluxion auf Chain Reaction eingliedern ließe. Sanftes Knistern, weite Echos, lange Breaks und darüber eine dünne Hi-Hat bilden hier das absolut Beste, was auf diesem Album zu finden ist. Man fragt sich nur, warum ein solcher Track (knapp sechs Minuten) nicht länger ist. Dubtechno braucht Zeit zur Entfaltung, und zehn Minuten dürften es da schon sein. Vielleicht produzieren ja Marcel Knopf als nächstes ein Dubtechno-Album?

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