Drawn In Basic

Pop in der Rückkopplung. Schon mit dem zweiten Song, dessen süß-melancholische Stimme von „Only Hope“ träumt, während sich ein warmes Dröhnen unnachgiebig durch mein Herz frisst, drängt sich der Verdacht auf, dass diese Stücke nicht nur von den bunt leuchtenden Figuren des verspielten Morr-Music-Covers erzählen, sondern mindestens ebenso sehr von den schwarzen Räumen, die zwischen ihnen liegen. Hier hat man es mit einer konsequenten Übersetzung der dunkelromantischen Shoegaze-Ästhetik ins Zeitalter des Synthetischen zu tun. „I’ve dropped the last bomb on you“, singt die kristallene Frauenstimme zwischen digitalen Detonationen in Zeitlupe, und man wünscht, sie möge sich irren. Eine noch, bitte! Für sich genommen bleiben diese funkelnden Popsongs immer Splitter, unabgeschlossen. Der Wille zum Fragment ist überall präsent. Tritt man aber einen Schritt zurück, erscheint das Album trotz der Verschiedenheit der einzelnen Perlen, die hier zu einer Kette aufgezogen werden, in sich kohärent. Ähnlich wie auf den ersten bepopen Alben von Populous ist es auch bei Drawn In Basic erneut das Moment des Ungeschliffenen, das immer wieder genau den Punkt trifft, an dem sich die Haut für einen Augenblick zusammenzieht und das digitale Glühen zu einer lebendigen Flamme auflodert, auf dass einem der Zucker im Ohr zu Karamell wird. Genau an diesen Momenten fühlt man in einem Feedback das Seufzen des Synthesizers, der den Geschmack vom großen Popsong auf der Zunge verspürt.

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