Dos

Sieht man mal von einigen Remixen und Soundtrack-Produktionen ab, war seit Michael Fakeschs Album-Erstling „Marion“ lange Zeit Funkstille um den Funkstörung-Mann. Funken tut er nun wieder, gemeinsam mit dem Hamburger Sänger Taprikk Sweezee und ganz viel knochentrockenem Achtziger-Funk im Gepäck. Funky und dreckig sind die Tracks auf „Dos“, die den rotzigen Funk von Prince oder Grandmaster Flash spielend ins Funkstörung-Universum transportieren. „Dos“ ist ein ambitioniertes Album, mit poppig konturierten Songs anstelle der experimentelleren Tracks von „Marion“. Funky Boomboxbeats und Jamie-Lpopell-eske Vocals dominieren. Und auch wenn Herr Fakesch den direkten Einfluss von Funkstern wie George Clinton oder Bootsy Collins nicht ganz wahrhaben möchte, ertappe ich mich beim Hören mehrfach dabei, wie ich glitzernde Discofunk-Cowboys mit funkensprühenden Gitarren und Yamaha-Umhängekeyboards herbeihalluziniere. Während bei den Soloprojekten von Funkstörung-Buddy Chris De Luca durchaus noch stärker die Nähe zu Musik aus Strom zu hören ist, findet elektronische Frickelei bei Fakesch nur noch im Hintergrund statt, um dafür mit poppigem Funk umso mehr einen auf dicke Hose machen zu können. Und das funktioniert großartig.

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