DJ Kicks

<i>DJ Kicks</i> ist ja nach wie vor so etwas wie die Mutter der DJ-Mix-Compilations. Die aktuelle Ausgabe kommt nun von Juan MacLean und könnte klassischer nicht sein, klingt sie doch wie ein gutes, altes House-Mixtape aus den Mittneunzigern. Und das meine ich hier im allerbesten Sinne. Obwohl MacLean ja der notorischen DFA-Kiste entsprungen ist, findet sich von Postpunk mit Indie-Anspruch in seinem Mix nämlich keine Spur. Sein Set spricht dafür eine ganz andere Sprache und tut dies durchaus laut und deutlich: House! Und zwar in all seinen Spielarten – von Deephouse (Danny Howels, Jee Day) über klassiche Filterdisco-Derivate (Rick Wilhite, 6th Borough Project) oder tribalistischere Tunes (Andre Crom & Luca Doobie) bis zu Wildpitch-Artigem (A+O) und oldschoolige Acpophouse-Ausflüge (Armando) finden sich hier alle Facetten, in denen sich die gediegene 4/4-Bassdrum zu offenbaren weiß. Juan MacLean hält ganz konsequent die Housefahne hoch und interessiert sich dabei nicht die Bohne für Hypes oder Trends sondern serviert gute, ehrliche Hausmannskost, die noch nach Schweiß und Muskeln riecht. Das ist definitiv nichts für Minimalisten, rummst zuweilen vielleicht einen Tick zu offensichtlich, aber hört sich meist erfrischend unzeitgemäß an. Wohltuend ist es in jedem Fall, der alten Tante House mal wieder so ganz ohne schnödes Minimalkorsett zu begegnen.

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