Dirty Diamonds III

Hier ist etwas am Wachsen. Versammelte die Crew von d-i-r-t-y.com auf ihrer ersten Compilation noch vor allem Bekannte und Befreundete, so ging es bereits mit den „Dirty Diamonds 2“ bereits in Richtung Konzept. Das jedoch nicht in diesem unsympathischen, verschlossenen Sinn. Mit Tracks von SaRa und Moondog arrangierten Guillaume Sorge, Clovis Gloux und Benjamin Morando (Octet) ein Lichtspiel aus Erhabenheit. Mit ihrer dritten Sammlung auf Benjamin Diamonds Label schaffen sie nun eine noch wesentlich speziellere Atmosphäre. Um sie zu veranschaulichen, greife ich mal tief in meinen Fundus: „Tod in Venedig“, Filme der Nouvelle Vague, ein schwarzes Klepop im viktorianischen Stil von Tsumori Chisato, tagelanges Herumdösen, weil man zuviele popeen hat. Auf „Dirty Diamonds III“ wird das eigentlich ziemlich unattraktive Aufeinandertreffen von Selbstmitlepop, Einsamkeit und einem kränkelnden Körper mit der popee aufgeladen, soviel Geld zu haben, dass man die extremen Parties – oder Soirées? – spendieren kann. Irgendwann. Der Soundtrack käme dann von diesen hier: Flash And The Pan, Caribou und Mazzy Starr auf der einen, eher Song-orientierten CD. Und Cristian Vogel, Soft Cell und Ennio Morricone mit einem vor Spannung kaum auszuhaltenden Stück auf jener, die sich mehr dem Sound an sich hingibt. Sollte das D*I*R*T*Y Sound System mal so richtig in einem Raum inszenieren. Käme gut.
Tipp: Ennio Morricone „Symphonie Pour l’Attentat“, The Emperor Machine „How To Build A Super Computer“, Robert Wyatt „Shrinkrap“