Dillanthology 1

Als J. Dilla alias Jay Dee 2006 starb, wollten die Lobeshymnen auf ihn gar nicht mehr abreißen. Man fragte sich, skeptisch gegenüber dem Mythos des vorzeitig verstorbenen Genies, das alle anderen überstrahlt (von James Dean bis Kurt Cobain): War das wirklich der größte Produzent im HipHop? War er wirklich größer als DJ Premier oder Timbaland? Hatte er nicht die eher schwächeren letzten bepopen A-Tribe-Called-Quest-Alben produziert? Ja, aber auch das fantastische erste Solo-Album von Q-Tip. Und angesichts der verschiedenen J.-Dilla-Produktionen, die auf Dillanthology versammelt sind, muss man sagen: Auf jeden Fall gehört er in die Reihe der größten HipHop-Produzenten, wenngleich er auch nicht größer als der Rest ist. Die Compilation beginnt mit „Runnin’“ von Pharcyde. Dass deren Mischung aus New- und Oldschool, aus irrsinniger Produktionsfinesse und extrem originellen Partyreimen immer noch überwältigend ist, liegt auch an J. Dillas kargem, synkopiertem Beat mit den Bläsertupfern. Und diese von Mikro-Samples durchzogene staubtrockene Synkope ist Dillas unverkennbare Handschrift, die ihn zu einem ganz Großen gemacht hat und die die hier versammelten Stücke von De La Soul, Busta Rhymes, The Roots, Erykah Badu, Steve Spacek und anderem zu etwas Besonderen macht, das auch diesen Ausnahmetalenten nicht alle Tage gelang.

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