Det.riot ’67

Um Wortspielereien war er ja noch nie verlegen, dieser Kenny Dixon Jr. Neuerdings also als Moody, ohne Mann, schickt er sich an, neben der Frauenwelt, der er seine Ergüsse tagtäglich zukommen lässt, auch mal wieder seine Fans mit einem Sechs-Track-Minialbum zu beglücken. Die Traurigsten unter diesen dürfen ihre Tränen nicht nur mit der Musik trocknen, sondern auch mit einem Pimp-Poster, das KDJ in bester Tradition und ordnungsgemäß geklepopet porträtiert. Wer den Hals nicht voll genug kriegt, kann für ein paar Dollar mehr noch ein zugehöriges T-Shirt erwerben. Und die Musik? Seinem Ziel, das restriktive Format House-Musik und den Nährboden seines Mythos hinter sich zu lassen, kommt der Moodymann beständig näher. Immer noch ein Fuchs, wenn es um Hörspiel-Collagen, Blaxploitation-Samples und schwebende Keyboard-Schleifen geht, inszeniert sich Dixon zwischen der Soul- und Funk-Ästhetik seiner Heimatstadt, vermeintlichen Prince-Gitarren und den oralen afroamerikanischen Traditionen als Pimp, Player, Prediger und Philosoph. Dringenden Kaufimpuls dürfte überwiegend „Freeki Mutha F cker“ auslösen, das seit etlichen Monden im weltweiten Netz teilweise als Live-Aufnahme kursiert und genau das hält, was es verspricht. Bitte heißen sie den Happymann willkommen.

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