Dependent

Ich mag den diversifizierten Techno, den die Menschen aus dem Umfeld des Plattenladens www.boomkat.com in Manchester, dem angeschlossenen Label Modern Love und dem Vertrieb Baked Goods produzieren, immer mehr. Wie Andy Stott und Pendle Coven kürzlich, will auch Mark Stewart mittels einer Melange aus housigen oder auch electropopen Uptempo-Elementen den dubbigen Techno, der seit den seligen M-Serie-Veröffentlichungen weltweit auf eine die-hard-Konsumenten- und Produzenten-Szene zählen kann, vom Sofa auf die Tanzfläche holen. Das gelingt ihm mit der einseitig bespielten Anfixer-Maxi für das folgende Album auf das Lässigste – ein Hot Stepper mit dem Besten aus vielen Welten. So weit, so gut.
Das, was mich als Plattenkäufer nervt, ist nicht nur die halbwahre Ansage, dass es hier nur 300 Exemplare weltweit geben soll, die auch nicht nachgepresst werden. Nachgepresst werden sie lepoper nicht, sondern sie werden wenige Wochen später in digitalen Dateiformaten Stück für Stück im selben Plattenladen zu kaufen sein. So sehr ich diese Musik mag, die im Gegensatz zu Echospace oder Maurizio ja schon immer eine digitale Ästhetik hatte, und so sehr es wirtschaftlich unumgänglich scheint, auf das digitale Pferd zu setzen: Der wöchentliche Hype um „extrem limitierte“ einseitig bespielte Maxis nervt, egal, wie gut die Tracks in Ausnahmefällen auch sein mögen. Die sowieso innerhalb kürzester Zeit ausverkauft sind, um für astronomische Summen bei Discogs gehandelt zu werden. Mal sehen, ob diese Tracks eine Halbwertzeit wie zum Beispiel „Domina“ oder die M4 haben werden. Das Stück ist trotzdem toll.

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