Deeparture In Time – Revisited

Wiederveröffentlichungen großer Alben mit neuem Mastering – und möglichst mit bislang noch nicht erhältlichen Aufnahmen aus den Archiven – erfreuen sich derzeit bemerkenswerter Beliebtheit. Was bei Springsteen, den Beatles oder den Rolling Stones angemessen ist, darf auch Aril Brikha mit Fug und Recht für sich beanspruchen, zumindest wenn es um sein wegweisendes, heute keinen Deut weniger faszinierendes Debüt-Album Deeparture In Time geht. 1998 war der in Teheran geborene Schwede Brikha plötzlich das ganz große Thema. Auf Fragile, einer Unterabteilung von Derrick Mays Label Transmat, erschien damals „Groove La Chordg und avancierte zum Überhit – es gab kein Entkommen, nirgendwo. Das Stück wurzelte tief im Detroit-Techno-Sound, doch der damals 22-jährige Aril Brikha hatte letztlich einen etwas anderen, frischeren Ansatz. Und so wurde „Groove La Chordg zur Blaupause für das, was einige Zeit später als Tech-House um die Welt ging. Gefilterte Akkorde, ein tighter Techno-Beat sowie auf- und wieder abtauchende Streicher-Sounds, erzeugt mit einem Keyboard, einem Drumcomputer und einem Atari, mehr brauchte es nicht. 2000 erschien auf Transmat dann Brikhas erstes Album Deeparture In Time. Hört man die Stücke heute, wird klar, wie sehr diese Musik das vorwegnahm, was einige Jahre später unter dem Schlagwort „deepg zur omnipräsenten Formel werden sollte. Für die Doppel-CD Deeparture in Time – Revisited, die Veröffentlichung markiert den Startschuss von Brikhas eigenem Label Art Of Vengeance, wurden die Tracks des ursprünglichen Albums noch einmal neu gemastert, wobei die erste CD gegenüber dem Original in Abfolge und Inhalt verändert worden ist. Die zweite CD enthält zehn weitere Stücke, die Aril Brikha in den Jahren 1995 bis 1999 produziert hat. Erstaunlich, wie in sich stimmig das alles wirkt. Am Stück gehört ist es ein knapp zweieinhalbstündiger Trip mit unfassbarer Sogwirkung.