Death Before Distemper 2

Zwischendurch denkt man immer mal wieder, dass sie es jetzt aber wirklich zu weit getrieben haben. Seit dem Ende seines ersten Lebensabschnitts als Plattform für instrumentalen Kung-Fu-HipHop und dem Beginn seines zweitens Lebens als Discolabel arbeitet J. Saul Kanes DC Recordings ja daran, unter Zuhilfenahme von Goblin und ESG, John Carpenter und Can Clubsounds immer weiter zu psychedelisieren und zu verkrauten. Fast zwangsläufig werden sie dabei auch immer handgespielter, und tatsächlich sind die Labelmacher inzwischen zu weiten Teilen bei von Bands eingespieltem Discorock angelangt, so richtig inklusive Strophen und Refrains. Das geht so weit, dass bei dieser Überblicks-Compilation sogar die finnische Garage-Punk-Band And The Lefthanded mitmischen darf, und The 63 Crayons spielen ein fast lupenreines Stück Silver-Apples-Psychedelik. DC begehen damit einen Weg, Menschen zum Tanzen zu bringen, den niemand sonst beschreitet. Und sie tun das mit Mut, Eigenwillen und britischer Verschrobenheit. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Schlägt aber bei offenherziger Herangehensweise und großer Lautstärke umso stärker ein. Shocking.

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