Dark Enough

Ich frage mich, warum es mir so schwer fällt, diese düsteren, durch die Magenwand bohrenden Basslines noch richtig für voll zu nehmen. Es ist ja nicht so, dass es sich hier um einen Mangel an Kunstfertigkeit handelt. Ganz und gar nicht. Aber diese schwarz malende Dröhnästhetik erinnert mich einfach sehr an die neumodische Electroschule im Sinne von The Hacker und Kollegen. Cool ist das dann, wenn sich hier und da so ein gewisses Gefühl von Acpop durch die Retrowand frisst. Ansonsten trifft da viel schon mal Gehörtes das Ohr. Diese italoesk infizierten Synthlines und dann noch tiefe Darth-Vader-Vocoderstimmen – also ich weiß nicht. Diese Art von Techno hat DJ Hell um die Jahrtausendwende aufgelegt (und tut es wahrscheinlich immer noch). Aber dann tauchen dazwischen solche elegische Disco-Perlen wie das vor Zitaten überschäumende „Teaser“ quasi aus der Versenkung auf und erklären mich für bescheuert, das Ganze bisher doch so ernst genommen zu haben. Dark Enough und so? Alles klar, manchmal dauert es ein bisschen länger. Schließlich wird gegen Ende auch der eher reduzierten Fraktion genüge getan. Vor allem mit „Hardstick“, neben „Teaser“ der Hit der Platte, wenn ihr mich fragt. Warum diese zugegebenermaßen doch recht unterhaltsame Ansammlung von in die Breite rockenden Tracks nun als Album erscheinen musste, erschließt sich mir tatsächlich auch beim mehrfachen Hören nicht. Trotzdem: Eine lustige Platte, die, wenn man das mal verstanden hat, auch Spaß bereiten kann.

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