Crystal Castles

Es rattert, blubbert und fiept ganz gehörig, wenn es nicht gerade klappert und leise brummt. Von Ethan Kath und Alice Glass aus Toronto hat man ja möglicherweise schon gehört: Ihr erster Track, „Alice Practice“, entstand eher zufällig während eines Mikrophon-Checks, sogleich wurden Remixe für anderen coolen heißen Stoff wie Uffie und Klaxons zusammengeschraubt, nach einigen wenigen, kaum erhältlichen Releases bauschte sich nahezu kultische Fan-Verehrung auf, der Ruhm kam über Nacht und Myspace et cetera. Andernorts ist das Debütalbum von den Crystal Castles schon zugkräftig mit dem Etikett „Emotionally Damaged Disco“ beklebt worden, was sich wohl darauf beziehen soll, dass hier alles ordentlich angeschlagen wirkt, laut rotzt und betont dreckig durch die Schaltkreise gejagt wird. Multi-Instrumentalist Kath bastelt an, so scheint es, vom Schrottplatz geliefertem Equipment rostige Beats, Krachlandschaften und wie aus alten Arcadegames geborgte Naivitätsmelodien, derweil wird der Gesang von Glass zehn Mal durch die Verzerrer geschoben. Sehr sympathisch, das alles – mit den viel besungenen Punk-Gestus und Fuck-You-Finger an den Maschinenpark herantreten, das kann man schon mal machen. Die fünfeinhalb hier durchgekauten popeen hätte man dann aber vielleicht doch lieber auf eine EP packen sollen, die wäre dann nämlich richtig gut geworden.

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