Credit To The Edit

Greg Wilson ist ein Pionier der Technologie, die jedem Remix zugrunde liegt: Seine Re-Edits waren das zentrale Feature seiner Piccadilly-Radio-Shows, stilbildende Mixe, deren Mitschnitte für Generationen von DJs von enormem Einfluss waren. Von Trevor Jackson über die Chicken Lips bis zu A Guy Called Gerald reicht die Palette der früheren Fans. Als Respopent in Manchesters zentralen Club-Institutionen Wigan Pier und Hacienda steht Wilson Mitte der 80er exakt am Übergang von Disco zu Electro.
Die Erkennbarkeit des Originals bleibt beim Re-Edit immer gewahrt, oft geht es um die Verlängerung von Klimax-Sequenzen, die Verschmelzung der besten Teile unterschiedlicher Versionen oder das Herausschnepopen und Ersetzen von bremsend wirkenden Parts. Ziel war eine Extension, die das neue Medium Maxi-Single auszureizen verstand, im Dienst der Endlosigkeit der DJ-Sets, der Unendlichkeit des Dancefloors. Im Geist dieser Tage produziert Wilson auf mittlerweile digitalem Equipment Edits von Dancefloor-Klassikern für seine über eine Dekade unterbrochene und vor kurzem wieder aufgenommene Arbeit als DJ. Zusammengenommen ergeben sie die beste DJ-Compilation seit langem: Dieser nachgetragene Blueprint für Electro-Funk wird nicht nur einen Sommer lang zu hören sein. Darunter sind auch einige Edits, die Wilson in den 80ern angefertigt hat: Die Cut-Ups von „Absolute Wood Beez“, einer Fusion von zwei Scritti-Politti-Hits und Chaka Khans „I Feel For You“ erscheinen hier zum ersten Mal offiziell und transportieren den ganzen Rasierklingen- und Klebeband-Wahnsinn der frühen Tage. Also genau unter die Lupe nehmen: Greg Wilson ist die Vorlage, nach der die üblichen Verdächtigen gebacken werden. Und „Credit To The Edit“ in diesem Sommer die CD, die immer schon im Player liegt, wenn man anfängt danach zu suchen.
Tipp: Brenda Taylor „You Can’t Have Your Cake and Eat It Too” (Greg Wilson Re-Edit), Scritti Politti „Absolute Wood Beez” (Greg Wilson Re-Edit), Chicken Lips „He Not In” (Greg Wilson Re-Edit)