Crash Test

Das Eröffnungsstück „Tripping In The 16th“ scheint aus einer anderen Zeit zu kommen, in der es noch möglich war, ohne Geschmäckle „Minimal“ zu sagen, weil es sich dabei um ein Geheimwissen einer kleinen Nischengemeinschaft handelte, die Tageslicht nur als unpassendes Visual beim Nachhause-Weg kannte. Ein Fagott leitet den Track ein, eine morphende 808-Kick tupft sich vorsichtig nach vorne, und eine Dame erzählt etwas auf Französisch. Danach definieren ein paar Akkorde das Clubfeeling, und ein perfekter Track nimmt seinen Lauf. Würde das Album dann bei Stück sieben mit dem title „Blackouts Non-Stop“ weitergehen, wäre die Illusion der besseren (Minimal-)Welt perfekt, denn die letzten fünf Tracks des Albums halten die Qualität des ersten Tracks locker. Die Nummern dazwischen wirken allerdings seltsam unentschieden, unnötig zurückhaltend. Da hilft auch kein Trompetensolo oder das gelungene Intro von „Enough Love To Hate It“, ein Stück, das ohne die später dominierende trendy Vocal-Wiederholung wesentlich souveräner und tiefgründiger käme – siehe auch „Song Six“. Unterm Strich ergibt das ein gutes Album, das mit einer etwas anderen Reihenfolge und ein paar Stücken weniger richtig großartig wäre.

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