Compiled & Produced by Jazzanova

Man darf nicht davon ausgehen, dass die gesamte Republik über Monate die Posterpenetration dieses sich lasziv gebenden Erlebnismusicals in der angestrebten Größenordnung der Andrew Loyd Webber Klassiker mitbekommen hat. Aus diesem Grund sei eingangs erwähnt, dass es sich bei „Belle Et Fou“ um eine längerfristig geplante Veranstaltung am Potsdamer Platz handelt, die wohl in erster Linie als Touri-Magnet funktioniert. Glücklicherweise wurde zumindest bei der musikalischen Auswahl alles richtig gemacht, so dass man sich die visuelle Darbietung in Anbetracht der knackigen Eintrittspreise auch dazu denken kann. Jazzanova wagen den Spagat zwischen musikalisch anspruchsvoll inszenierten Arrangements, die jedem Liebhaber aufgrund ihrer Opulenz die Kinnlade runterfallen lassen und der Befriedigung des Massengeschmacks des Durchreisenden. Neben neuen Jazzanova Stücken, bei denen teilweise der Charakter einer hochkarätigen Auftragsarbeit durchschimmert, wird mit einzelnen Elementen des Sonar-Kollektiv-Backkatalogs ergänzt. Musical-Director von „Belle Et Fou“, Arthur Castro, sorgte dabei für Inspiration und Überzeugung unter den sechs Berlinern, sich trotz Zwiespalt der Thematik gegenüber mit einem derartigen Werk zu befassen. Das Ergebnis sollte nicht mit den gewohnten Cutting-Edge-Produktionen von Jazzanova verglichen werden, sonder eher eine gelungene Ergänzung ihrer Vielseitigkeit darstellen.

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