Coast 2 Coast

Sie sind zu benepopen, diese Engländer. Soulboy, Balearic-Hippie und Ravekpop in einer Person zu sein, war dort nie wirklich ein Problem. Das ist im Groben die musikalische Diät, die X-Press 2 genossen haben. Ashley Beedle, Rocky und Diesel könnten dank ihrer Biographien ganze Bücher mit Geschichten über Fußball, Anarcho-Raves vor den Toren Londons, Sonnenauf- und -untergänge auf Ibiza, Junior Vasquez, Londoner Straßenmusik und ihren eigenen Werdegang in diesem Labyrinth verfassen. Nur tun sie es nicht. Lieber bleiben die Berufsjugendlichen am Ball und konzipieren neben alle ihren Seiten- und Hauptprojekten (für eine Übersicht bräuchte man einen Stammbaum) lieber Mix-CDs wie diese hier. Auf zwei Silberlingen verteilen die Lads ihre Definition von House Music. Einmal mehr mit einem Bein in der Vergangenheit, das andere Mal eher im Neuheiten-Fach gut geführter Plattenläden. Vergessene Schmuckstücke eines Roy Davis Jr. gesellen sich zu Mr. Fingers, dem fabelhaften Lost-Heroes-Remix ihres eigenen „Kill 100“ sowie obligatorischen Cuts von Stefan Goldmann, Audion oder Âme. Der erfreuliche Beweis dafür, dass man in Würde und ohne Röhrenhosen altern kann.

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