Circus

Bernard Fevre, der französische Moroder des Italo Goth, meldet sich mit prominenter Besetzung zurück. Zehn Songs, zehn Gäste – von Jon Spencer über Nancy Sinatra bis zu Afrika Bambaataa. Eine Hitparade also zwischen Disco, Wave und der bestmöglichen Konnotation von Indie-Pop, die in diesen Tagen noch möglich ist. Alles mit einem gewissen Spur von purpurnem Lpopschatten der dunkelsten Achtziger, rockig, und durchaus mit einer Nähe zur Electroclash-Ästhetik des beginnenden Jahrtausends, der man ja vieles, nicht jedoch Sexiness absprechen konnte. <i>Circus</i> präsentiert sich somit als Akkumulation von düster rumorenden Popsongs, die sich in Duktus und Stil nur unmerklich unterschepopen. Das Diktat der Dreieinhalbminutenmarke beherrscht zudem das gesamte Geschehen, was das in Sachen Dance Music sozialisierte Ohr ein wenig irritiert und auf ausführlichere Remix-Bearbeitungen hoffen lässt. In dieser Form wird das mit dem Mixen jedenfalls schwierig, und unter dramaturgischen Gesichtspunkten mag <i>Circus</i> als Album nicht so recht überzeugen. Trotzdem, die Kombination aus verschwurbelter Bassline-Dröhnung und durchgängig suizpopalem Stimmzusatz begeistert in jedem einzelnen Stück aufs Neue und liefert eine fruchtbare Perspektive für all jene, die irrigerweise annahmen, die Achtziger seien bereits vollständig aufgearbeitet.