Catch Me

Wie lange kann das noch gut gehen? Freilich kann man Robi Insinna nicht vorwerfen, dass er eben noch hurtig einem schon vorgestern halb verebbten Trend hinterher radelt, schließlich trägt er doch in seiner Funktion als Headman beziehungsweise Manhead schon seit geraumer Zeit und über etliche durchaus wunderbare Releases und Remixe hinweg zur Diskofizierung der Indierock-Schuppen landauf, landab bei. Und besorgt, andersrum gedacht, im selben Atemzug die Unterfütterung von elektronischer Tanzmusik mit einer Dosis Gitarren-flavour. Im dritten Anlauf auf Albumlänge gerät ihm die Überführung von Postpunk-Gezappel und New Wave ins Hier und Heute dann aber doch zu einem etwas dünnflüssigen Aufguss: Mit weit aufgerissenen Augen bemühen sich Gastsänger wie Don Cash oder Tara – man kennt sie von den Headman-Hits „It Rough“ und „On & On“ – um die standesgemäße Darstellung von manischer Zickigkeit, so recht aufgehen mag das Rezept allerdings nur, wenn die unterkühlten Vocals von Jeremy Kerr (A Certain Ratio) sozusagen eine Prise Authentizität von damals mitbringen oder wenn mit den durchgehend überzeugenderen Instrumentals das Risiko der Nervigkeit gänzlich vermieden wird. Eine kleine Enttäuschung, eine mäßig heiße Lieblingspizza.

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