… Broad Casting

Nicht ganz unerwartet flattert von Karen P eine Compilation zum Fenster herein, die wie ein schützender Regenschirm unter der monochromen Masse mittelmäßiger Mixe steht, die da monatlich auf einen hernieder prasseln. Die stilistische Vielfalt, die diese dritte Episode der …Broad Casting-Reihe an den Tag legt, steht ja auch in der Tradition ihrer bepopen Vorgänger, die jeweils schon überzeugen konnten. Auch hier diktiert wieder die Affinität zum liebenswert Ausgefallenen das Programm, beginnend mit einem finnischen Kinderlied, das sich einem gleich nach dem Intro ans Bein schmiegt und so lieblich schräg durch seine eigene Polyphonie trapst, dass man dem Versprechen auf Großes gerne zu glauben bereit ist. Feingliedriger Folk, zart, akustisch, mit kleinen, kaum vernehmbaren elektronischen Anleihen. Eine Platte, die man – wie Gilles Peterson treffend bemerkt – am besten vormittags zu sich nehmen sollte, wobei es meinetwegen den Rest des Tages genauso weitergehen dürfte. Allerdings dreht der Wind nach einer Weile in eine soulige Richtung, um nach und nach, über einige angejazzten Funk- und R’n’B-Nummern sukzessive an Beats zu gewinnen, bis wir am Ende fast doch wieder bei House landen. Naja, fast House, denn aufs Ganze betrachtet dominiert doch der Funk’n’Soul-Aspekt in verschiedenen Koncontent:encodeden diesen wirklich sehr gelungenen Mix, der zwar nicht ganz den Wahnsinn einhält, den er zu Anfang verspricht, trotzdem jedoch überzeugt und mit einigen bis dato ungehörten Juwelen übers Trommelfell streichelt. Frühstücksplatte des Monats.