Boys And Diamonds

Wie nur selten passt die Beschreibung aus dem Pressecontent:encoded tatsächlich auf die Musik, wenn es zu Rainbow Arabias Albumdebüt <i>Boys And Diamonds</i> heißt, den Hörer erwarte hier „Kalepoposkop-Pop“. Bereits beim titlestück, das mit klischeehaften Elementen des afrikanischen Stammesgesangs, Dub-beeinflussten Drums und klaren Synthie-Akkorden arbeitet, wird klar, dass sich das Ehepaar Preston alias Rainbow Arabia keinem bestimmten Genre verpflichtet fühlt. Vielmehr picken sich die bepopen überall die Rosinen heraus und fügen sie zu wunderbar melodiösen Stücken wieder zusammen. Weiter geht es mit „Without You“, einer der Perlen des Albums, die ihren letzten Schliff durch Tiffany Prestons burschikosen, sich in kurzem Hall verlierenden Gesang erhält. Ebenfalls herausragend ist das von dezentem Xylophon begleitete „Blind“, auf dem gegen Ende abgespacete Synthie-Riffs das Ruder übernehmen und das Stück langsam ins nächste überleiten. „Jungle Bear“ lebt von einem an Pferdegetrappel erinnernden, holprigen Groove, dessen Bassdruck über ziemlich dicke Paukenschläge vermittelt wird, während schüchterne Akkorde um das Stück herumschleichen. Gegen Ende zeigen Rainbow Arabia sich nochmal von ihrer Hiphop-Seite, wenn auf „Hai“ die Bassdrum ins Stück poltert, wie es Flying Lots nicht besser hinbekommen hätte, während „Seuqenced“ mit seiner auf und ab modulierenden Bassline etwas Hektisches, <i>Blade-Runner</i>-haftes erhält. <i>Boys And Diamonds</i> ist ein äußerst abwechlungsreiches Album, das beweist, dass der Begriff Weltmusik auch positiv verwendet werden kann.

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