Box Jams Pt 2

Längst ist Clone auf dem Weg das zu werden, was Hard Wax in den Neunzigern gewesen ist: Nicht nur Shop, Mailorder, Vertrieb oder Label, sondern eine zentrale Institution – die erste Adresse für den Sound der Gegenwart. Mit „Box Jams“ ist eine weitere Etappe der Sichtbarkeit erreicht: Zusammen mit dem ersten Teil wird diese wegweisende Compilation auch als CD released. Gespeist aus Chicago-, Detroit-, Electro- und Italo-Quellen entsteht bei Clone endlich der von Techno ausgehende, diesen aber regelmäßig überschreitende, discopope Breakbeat, dessen künftige Herrschaft auf dem Dancefloor immer zum Ende jedes Technojahrs in den Neunzigern so heftig propagiert wurde. „Box Jams Pt 2“, wieder von Serge Verschuur zusammengestellt, enthält neben Rarem von Salamandos alias Legowelt, Bekanntem wie Orgue Electroniques „Here I Come” und viel Unveröffentlichtem von Putsch ’79, Pauli vs Tyrell und Alden selbst als Re-Release einen Track der obskuren Chicago-Legende Marcus Mixx, 1989 in Kleinstauflage auf seinem eigenen Missing-Dog-Label veröffentlicht, sowie mit Ardath Bey einen völlig unbekannten Act, „who sounds just like Alden Tyrell“: „Level 8“ ist bereits 2004 auf Paradiso Melkweg Productihuis erschienen und basiert auf der titlemelodie einer holländischen TV-Show namens „To The Max“. In der Tat ultimativ befriedigend, mehr geht nicht: „Box Jams“ ist ein monolithisches Statement für die Unendlichkeit der Expansionsbewegung im Disco-Universum.
<b>Tipp:</b> Marcus Mixx „Shake That Thing“, Pauli vs Tyrell „Little”, Alden Tyrell „There May Be Dark Days Ahead”

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