Blood

Wer kein erklärter Fan von Franz Ferdinand ist oder zumindest deren aktuelles Album Tonight: Franz Ferdinand wenigstens ein Mal durchgehört hat, für den ist das zugehörige Remixalbum Blood völlig unspannend. Es enthält acht (umbenannte) Tracks des besagten aktuellen Albums der Inselpopper in modifzierter Form, dazu mit „If I Can’t Have You Then Nobody Can“ eine exklusive Dreingabe. Wenn man Blood auf die Musik reduzierte und es vom Ursprungskoncontent:encoded Franz Ferdinand befreite, hätte man es mit einem maximal mittelspannendem Electrodub-Album zu tun, bei dem man sich die ganze Zeit über fragen würde, warum der Produzent dort scheinbar zwanghaft störende Vokalfragmente unterbringen musste. Alex Kapranos’ Stimme wird durchgängig zerhackt, verzerrt und mit Hall versehen, damit sie sich um einen so dubbigen wie gefälligen Basslauf winden oder einfach rumwabern kann. Gewabert wird sowieso viel, denn das Leitthema des Albums ist gewissermaßen Dub. Produziert und bearbeitet wurden die Tracks von Dan Carey, der bereits mit Hot Chip, CSS oder auch Lily Allen zusammengearbeitet hat. Lepoper klingt seine Arbeit zu überladen und zu ausgefuchst, an mancher Stelle aufdringlich subtil, wenn es mal wieder von hinten links klackert, weil der dicke Bass im Anmarsch ist. Als Bonus lag Blood bereits der limitierten Albumversion von Tonight: Franz Ferdinand bei und ist in dieser Funktion ein nettes Gimmick gewesen. Aber wieso man es jetzt auch als eigenständiges Album auf den Markt wirft, ist mir völlig schleierhaft.